Errichtung eines Toiletten- und Lagerhauses
Seit 1948 führt die Burgspielschar ihre Freilichtstücke auf der „Alten Burg" an der Weinstraße in Burgholzhausen auf und in all den Jahren wuchs das Bedürfnis, die Rahmenbedingungen bei den Aufführungen zu verbessern. Die provisorischen Toiletten waren dabei nur ein Mißstand von vielen. Großen Aufwand erforderte es zum Beispiel auch, Jahr für Jahr die Bühnenteile und Requisiten aus den verschiedenen angemieteten Lagerräumen erst auf die Alte Burg zu transportieren und anschließend wieder zurück.
Als im Verein die finanziellen Voraussetzungen geschaffen waren, konnte der im Jahr 2000 gewählte Vorstand unter Ottmar Kunkel, Beate Hild und Manfred Fels das Bauvorhaben endlich in Angriff nehmen. Zunächst war die Zustimmung der Stadt Frankfurt erforderlich, denn was kaum bekannt ist, das Grundstück ist kein öffentliches Gelände. Es gehörte nie dem Ort selbst, sondern in früheren Jahrhunderten immer den jeweiligen Ortsherren von Holzhausen. 1860 wurde es von der Frankfurter Patrizierfamlie „von Holzhausen", deren Vorfahren aus dem Ort kamen, vom Staat käuflich erworben. Adolph von Holzhausen vermachte das Gelände per testamentarischer Verfügung nach seinem Tod 1923 wie alle seine anderen ländlichen Besitztümer der Stadt Frankfurt. So wurde als eine der ersten Maßnahmen vom Vorstand der Burgspielschar der bereits bestehende Pachtvertrag mit der Stadt Frankfurt entsprechend geändert und die Burgspielschar hat das Gelände für die nächsten Jahrzehnte in Pacht übernommen mit der ausdrücklichen Genehmigung für den geplanten Neubau.
Das Genehmigungsverfahren lief anfangs mit allen beteiligten Ämtern und Behörden problemlos, bis sich ein Beamter im Landesamt für Denkmalschutz stur stellte. Er wollte den Bau des Toilettenhäuschens kompromislos verhindern. Seiner Ansicht nach hätte nicht eine Schippe Sand bewegt werden dürfen. Nach mehreren Gesprächen, bei denen auch Bürgermeister Horst Burghardt und Landrat Jürgen Banzer die Burgspielschar unterstützend beteiligt waren, sowie ein Brief an die frühere Ministerin Ruth Wagner wurde endlich ein Weg gefunden, der auch den Belangen des Denkmalschutzes Rechnung trägt. Dazu gehört als eine der wichtigsten Maßnahmen, daß die Erdarbeiten denkmalfachlich überwacht werden. So wurden bereits vor dem Anrollen des Sandschiebers Probebohrungen vorgenommen um die Beschaffenheit des Erdreiches aus archäölogischer Sicht zu untersuchen und bei allen Erdarbeiten waren Archäologen zugegen, die den bewegten Erdaushub genauestens untersuchten.
Als nächstes wurden die Fundamente und die Bodenplatte mit Stahlbeton ausgegossen. In den Beton der Bodenplatte wurde ein Stahlbehälter versenkt, in dem ein paar Dokumente der Burgspielschar eingeschlossen sind. Dann endlich konnten die Hallenbauer der Firma Drott kommen und in zwei Tagen war das Gebäude komplett errichtet. Die Dachziegel wurden in Eigenarbeit aufgelegt und dann folgte der Innenausbau der Toiletten, Werkstatt und Küchenzeile.




