Über 60 Jahre Höhen und Tiefen
Heute gibt es nur noch wenige Menschen, die sich erinnern können, wie es 1948 war. Der Krieg lag gerade drei Jahre zurück und seine Spuren waren noch überall gegenwärtig. Aber das Schlimmste war überstanden und es lag nicht nur der wirtschaftliche Aufschwung vor den Menschen, sondern es gab auch einen riesigen kulturellen Aufholbedarf.
In den ersten Jahren des Bestehens gab es auch gleich ein reges Programm; es wurde regelmäßig im Sommer ein Stück auf der Freilichtbühne und im Winter ein Stück im Saal gespielt. Mit der Stadt Frankfurt, der das Gelände der Alten Burg gehört, wurde schon 1951 der erste Gestattungsvertrag geschlossen um den Spielbetrieb zu sichern. Aber es wurde nicht nur dort gespielt; 1950 gab es mit dem „Schinderhannes“ das erste Gastspiel auf der Lochmühle und in den folgenden Jahren folgten weitere Gastspiele in Oberkleen, Hochelheim bei Butzbach und in Petterweil. Es war jedes Mal ein gewaltiger Aufwand, mit allen Beteiligten und dem nötigen Bühnenmaterial in die Gastspielorte zu fahren. Da die Motorisierung ja bei weitem noch nicht so fortgeschritten war wie heute, kamen nicht nur Autos zum Zuge, sondern es wurde auch noch so mancher Pferdewagen eingespannt. Aber dafür gab es auch riesigen Zuspruch wo immer die Burgspielschar hinkam. Legendär ist die Aufführung in Oberkleen im Jahre 1951, zu der 12ooo Zuschauer erschienen, die sich ihre Sitzgelegenheiten zum Teil selber mitbringen mussten.
Ende der fünfziger Jahre gab es eine erste Periode mit rückläufigen Mitgliederzahlen die dazu führten, dass im Jahre 1960 erstmals keine Aufführungen stattfanden. Schwierig war es auch Anfang der sechziger Jahre, als es keinen bespielbaren Saal mehr in Burgholzhausen gab. Das änderte sich erst wieder 1965 mit dem Neubau der Turnhalle am Sauerborn.
Mit „Schneewittchen“ führte die Burgspielschar 1968 zum ersten Mal ein Märchen auf und das war im Grunde der Grundstein für die heute noch bedeutende Jugendarbeit im Verein. Denn es wurde nicht nur für Kinder gespielt, sondern zunehmend wurden Kinder und Jugendliche in tragende Rollen der Stücke eingebunden. Eine Entwicklung, die zwar mit Pausen unterbrochen war, aber bis heute eine vorrangige Bedeutung in der Arbeit des Vereins hat.
Während in den siebziger Jahren überwiegend Kinderstücke unter Beteiligung der inzwischen starken Jugendgruppe zumeist im Saal oder der Turnhalle gespielt wurden, gab es in den achtziger Jahren wieder mehr Stücke für Erwachsene und die wiederum auf der Freilichtbühne. Seit 1990 ist die jährliche Freilichtaufführung für Kinder auf der Freilichtbühne eine feste Institution im Friedrichsdorfer Kulturgeschehen.
1972 wurde das Gelände Alte Burg für den Freilichtbühnenbetrieb neu hergerichtet; es wurden Wege angelegt und die Bühne saniert. Die nächste große Erneuerung erfolgte im Jahre 2001. Nachdem ein im Jahre 2000 neu gewählter Vorstand die Finanzen des Vereins wieder in Ordnung gebracht hatte, wurde als erste Baumassnahme auf der Freilichtbühne ein Container für die Garderobe aufgestellt und zwei Jahre später wurde das Toiletten- und Lagerhaus gebaut. Damit wurde das langjährige Provisorium beendet, das einige Mitglieder schon Zirkusleben genannt hatten. Denn es gab bis dahin für die Garderobe und Bewirtung zu jeder Aufführung nur provisorische Zelte und die Akteure mussten sich zum Teil im Freien umziehen. Als Toiletten waren bis dahin nur Dixi Kloos im Einsatz. Und endlich konnten die Bühnenteile und Stühle für die Zuschauer vor Ort eingelagert werden und müssen nun nicht mehr in umliegenden Scheunen eingelagert und jedes Mal herangekarrt werden.




